Moderner Alltag: Beziehungsdrama, eine Familie zerbricht

m.e.d.e.a.

von Gilla Cremer,
Regie: Eva-Maria Martin
Bühne&Kostüm: Jasmin Andreae
Musik: Ernst Bechert
Regie-Assistenz: Uschi Mierzowski
Premiere: Kammerspiele Hamburg

INHALT:

Ein Mann trennt sich nach 20 Jahren von seiner Lebensgefährtin. Den Trauschein hatte das im Geiste der 70er auf- und abgeklärte Paar nie gebraucht. Jetzt heiratet (!) der Mann eine Jüngere.
Die Verlassene, Mutter zweier Söhne, findet keinen Ausdruck für ihren Hass, ihre Trauer und die plötzliche Angst vorm Altern und dem Allein-Sein.
Sie leiht sich die Stimme Medeas, gräbt sich durch den Fundus des Medea-Materials, um darin ihre Spuren zu sichern und - zu verwischen.

PRESSE:

"Das große Kunststück, das Gilla Cremer gelingt, ist nicht nur die Verknüpfung von Versatzstücken aus der Medea-Literatur (von Euripides über Sylvia Plath bis Heiner Müller), sondern die Darstellung einer Frau zwischen Contenance und Wahnsinn. Mit Superlativen wäre die schauspielerische Leistung der Solokünstlerin Gilla Cremer nur unzureichend beschrieben." (Welt)

"Die moderne Medea mordet nicht, sie ruft den Topanwalt. Der Rache-Mythos von der verlassenen Frau lebt in der Realität, aber ihn mit Blut auszuleben, verbieten Anstand und Gesetz. Heute lächelt Frau – wie Renate – tapfer im Prada-Kostüm, nippt adrett am Wein und räsoniert vernünftig über das Weinen anstatt vor Schmerz und Wut zu heulen und zu toben. ... Mit weißer Zottelperücke zum Zerrbild einer Hexe und Greisin verwandelt, erinnert Renate in der Geschichte der Leidensgefährtin Medea auch ihre Jugendträume als 68-Rebellin - "Born to be wild"."(HA)

"Scheibchenweise serviert Cremer dem Zuschauer die Medea und das eigene wahnhafte (Er-)Leben. Ein Mythos vermenschlicht sich und feiert Wiederauferstehung. Ebenso subtil wie beeindruckend." (Mopo)