Die Kommandeuse

Psychogramm einer Nazi-Täterin

von Gilla Cremer

Mit: Gilla Cremer,
Idee: Eugenio Barba – Odin Teatret
Regie: Johannes Kaetzler
Dramaturgie: Christel Weiler
Bühne und Kostüm: Peter Brower
Musik: Jörg Schäffer
Regie-Assistenz: Uschi Mierzowski
Koproduktion mit Kampnagel Hamburg 1995

Inhalt:

„Man muß verstehen, mit seiner Zeit zu gehen“ – so begründet die junge Ilse Köhler 1932 ihren Eintritt in die NSDAP. Sie begegnet dem Obersturmbannführer Karl Koch und zieht im Jahre 1937 als seine Frau mit ihm auf den Ettersberg, einen wunderschönen Hügel bei Weimar, auf dem Goethe einst „Wanderers Nachtlied“ dichtete. Hier wird Koch Kommandant des Konzentrationslagers Buchenwald. Von den Jahren in der „Villa Koch“, die unmittelbar an das Konzentrationslager Buchenwald grenzte, sagt Ilse Koch später, dass sie „die beste Zeit“ ihres Lebens waren.

1951 wurde die „Kommandeuse“ – so nannten sie die Häftlinge aufgrund ihres grausamen und unberechenbaren Auftretens im Lager – wegen Anstiftung zu Körperverletzung und Mord zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt. Ilse Koch füllte im Nachkriegsdeutschland als „Hexe von Buchenwald“ die Schlagzeilen und behauptete selbst noch nach 22 Jahren Haft : „Ich kann mich an nichts erinnern. Ich habe mich nie um Lagerangelegenheiten oder Politik gekümmert. Ich war immer bemüht, meinem Mann und meinen Kindern eine gute Familienmutter zu sein“.

Cremer schafft es, die zwiespältige Mischung aus erotischer Anziehungskraft und eisiger Entsetzlichkeit zu verkörpern, ebenso wie den banalen Aufstiegswillen der Stenotypistin, der die Strukturen des Terrorsystems erlaubt haben, ihre kruden Bedürfnisse haltlos auszuleben. (SZ)

In englischer Sprache gastierte das Stück in Frankreich, Dänemark, Niederlande, Ungarn.

Presse

"Angemessen großartig..."
Der Spiegel
"Ein Abend von ungeheurer Wucht…"
WZ
"Ein Blick in menschliche Abgründe…"
Der Westen
Emine Cekirge
" Eine Frau voller Grausamkeit…"
RP

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